Die Nintendo Switch 2 wurde endlich ausführlich vorgestellt. Nach der Präsentation überwiegt bei mir vor allem eines: Ernüchterung.

Die erste Nintendo Switch war nie ein technisches Wunderwerk. Während Sony und Microsoft mit ihren Konsolen in Sachen Geschwindigkeit und Grafik Maßstäbe setzten, punktete Nintendo mit Innovation. Wie schon beim Nintendo DS, 3DS und der Wii setzte das Unternehmen auf ein einzigartiges Spielkonzept: Die Switch war Konsole und Handheld in einem.
Der riesige Erfolg gab Nintendo recht. Stabile Preise sorgten dafür, dass das japanische Unternehmen mit der Switch immense Gewinne erzielte.
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Nun steht die Nintendo Switch 2 in den Startlöchern – nicht komplett anders, aber doch mit einigen Neuerungen. Das grundsätzliche Design bleibt erhalten, doch das Display ist größer, die Controller wurden verbessert und die Konsole ist stärker auf Online-Gaming ausgelegt.
Das klingt erst einmal vielversprechend, doch warum fehlt für mich trotzdem der große Wow-Effekt?
Ein zu teures Vergnügen

Wer noch keine Switch besitzt, sollte ab dem 5. Juni 2025 zur Switch 2 greifen – wenn sie denn einfach erhältlich sein wird. Der Preis ist jedoch eine Überraschung: Mit 469,99 Euro bewegt sich die Konsole auf dem Niveau der PlayStation 5 – sie ist teurer als die PS5 Digital Edition und günstiger als die PS5 mit Laufwerk.
Ob das ein fairer Preis ist, muss jeder für sich entscheiden. Nintendo-Konsolen sind traditionell eine gute Wahl für Familien und Casual Gamer, da der Spielspaß oft im Vordergrund steht und die schwächere Hardware weniger ins Gewicht fällt.
Auffälliger als der Preis der Konsole sind allerdings die Spielepreise:
„Mario Kart World“, der wichtigste Exklusivtitel zum Release, wird digital 79,99 Euro kosten – als physische Version sogar 89,99 Euro. Damit übertrifft Nintendo sogar die Preisgestaltung der Konkurrenz. Zudem ist es unwahrscheinlich, dass der Preis in Zukunft stark sinkt – Nintendo-Spiele bleiben erfahrungsgemäß lange teuer.
„Donkey Kong Bananza“ wird mit 69,99 Euro (digital) bzw. 79,99 Euro (physisch) etwas günstiger, was darauf hindeutet, dass Nintendo die Preise je nach Spiel unterschiedlich festlegt.
4K? Schwer zu glauben

Ein weiteres Highlight der Switch 2 sollte die bessere Grafik sein. Nintendo verspricht Full-HD im Handheld-Modus und 4K am Fernseher – klingt gut, doch das gezeigte Material weckt Zweifel.
Während exklusive Nintendo-Titel bereits auf der ersten Switch gut aussahen, zeigen die Spiele von Drittentwicklern oft die technischen Grenzen der Konsole auf.
Besonders auffällig war das beim gezeigten Gameplay von „Split Fiction“: Die Grafik sah genau so aus, wie man es von einer schwachen Switch-Portierung erwarten würde – und nicht wie ein Titel, der die Leistung einer neuen Konsole ausreizt.
Die Nintendo Switch 2 hat definitiv ihre Stärken – besonders für Online-Spieler. Doch während eine bahnbrechende Exklusiv-Ankündigung, etwa ein neues „Zelda“, für Begeisterung gesorgt hätte, bleibt der erste Eindruck durchwachsen.
Trotz der Schwächen dürfte der Erfolg der Switch 2 allerdings außer Frage stehen. Nintendo-Fans sind treu, und auch wenn die Technik schwächelt und die Preise hoch sind, wird sich die neue Konsole vermutlich wieder millionenfach verkaufen.