Stuntman Cliff Booth kehrt überraschend zurück. Wurde hierfür ein anderes Tarantino-Script überarbeitet?

Die ratsame Vorsicht, mit der man am 1. April alle Meldungen im Internet liest, sollte man auch einen Tag später noch nicht ablegen. Schließlich schwappen einige Falschmeldungen aus den USA aufgrund der Zeitverschiebung auch gerne mal mit Verspätung zu uns nach Deutschland.
Daher ist es mehr als nachvollziehbar, dass die geplante Fortsetzung zu „Once Upon a Time in Hollywood“ von allen Seiten mit sehr viel Skepsis beäugt wurde. Mittlerweile ist jedoch klar: Es stimmt! Es ist eine Sensation für Filmfans, auch wenn noch einige Fragen offenbleiben und bestimmte Details für Verwunderung sorgen.
Quentin Tarantino gibt die Fortsetzung ab

Basierend auf leicht widersprüchlichen Angaben von The Playlist und The Hollywood Reporter lief die ganze Sache so ab: Quentin Tarantino arbeitete lange Zeit am Drehbuch zu „The Movie Critic“, einem Film über einen Filmkritiker, der für ein Pornomagazin arbeitet. Das Script wurde immer länger und länger, und irgendwann machte Tarantino auch Cliff Booth, Brad Pitts Figur aus „Once Upon a Time in Hollywood“, zu einer immer größeren Figur der Handlung.
Wider Erwarten überlegte es sich Tarantino dann jedoch anders – „The Movie Critic“ sollte doch nicht sein zehnter (und letzter) Film werden. Pitt, der das Drehbuch und vor allem die Szenen mit Cliff Booth mochte, fragte Tarantino daraufhin, ob ein anderer Regisseur das Projekt vielleicht umsetzen dürfe.
Tarantino gab seinen Segen, als Pitt mit David Fincher im Schlepptau auftauchte. Pitt und Fincher arbeiteten bereits in „Sieben“, „Fight Club“ und „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ zusammen – nun soll der Cliff-Booth-Film Finchers nächstes Projekt werden.
Filmstart schon 2026 auf Netflix?
Auffällig dabei: „Once Upon a Time in Hollywood 2“ wird bei Netflix erscheinen, da Fincher einen Exklusivvertrag mit dem Streamingdienst abgeschlossen hat. Tarantino hat es stets kategorisch ausgeschlossen, einen seiner Filme nicht ins Kino zu bringen, doch zeitgleich ist dieses Projekt kein Tarantino-Film. Zudem kooperierte Tarantino schon in der Vergangenheit mit Netflix – eine alternative und leicht verlängerte Miniserien-Version von „The Hateful Eight“ erschien exklusiv bei Netflix.
Bereits im Sommer 2025 sollen die Dreharbeiten beginnen. Fincher schiebt dafür all seine anderen Projekte nach hinten – auch das mysteriöse US-Remake von „Squid Game“. Während Brad Pitt die Hauptrolle übernehmen wird, scheint Leonardo DiCaprio zu beschäftigt zu sein, um – über einen Gastauftritt hinaus – in dem Film zu erscheinen. Das Team von Margot Robbie soll jedoch das Interesse der Schauspielerin bekundet haben.
Nennt es nicht Fortsetzung

Offiziell handelt es sich bei „Once Upon a Time in Hollywood 2“ um keine Fortsetzung – der Film wird auch einen anderen Titel erhalten. Das liegt daran, dass Sony die Rechte an „Once Upon a Time in Hollywood“ besitzt, Tarantino allerdings die Rechte an seinen Figuren behält. Somit darf der Sony-Film nicht einfach fortgesetzt werden, doch Cliff Booth, Rick Dalton und Co. können in anderen Projekten auftauchen.
Wie sehr das fertige Drehbuch auf dem „The Movie Critic“-Script basiert, wird sich noch zeigen. Tarantino-Fans freuen sich jedenfalls über die unerwartete Produktion, mit der die Wartezeit auf Tarantinos letzte Regiearbeit ein wenig verkürzt wird.